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Carlos Ruiz Zafón: Der Fürst des Parnass

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Ich habe diese kleine Erzählung als Divertissement gedacht, als eine Art Geschenk an die Leser, das mehr von der geheimen Geschichte des Friedhofs der vergessenen Bücher aufblitzen lässt“, meint der spanische Autor Carlos Ruiz Zafón zu diesem kleinen Buch.In „Der Fürst des Parnass“ erzählt Carlos Ruiz Zafón die Vorgeschichte zu seiner populären Buchreihe „Friedhof der vergessenen Bücher“. Die Geschichte beginnt in Barcelona im Jahr 1616. Zwei Männer, die einander seit Jahrzehnten kennen, sind auf dem Weg zu einem Begräbnis. Es sind Antoni de Sempere, ein passionierter Buchdrucker, und der mysteriöse Verleger Andreas Corelli, die ihren Freund, den Schriftstellers Don Miguel de Cervantes auf der letzten Reise begleiten. Wie der Leser bereits ahnt, ist Cervantes genau jener, der durch „Don Quijote“ berühmt wurde. Als die schwarze Trauerkarosse vorbeizieht, erinnert sich Sempere, wie er Cervantes vor 47 Jahren kennengelernt hat.

Die Komödie lehrt uns, dass man das Leben nicht ernst nehmen darf, und die Tragödie lehrt uns, was geschieht, wenn wir dem keine Beachtung schenken, was uns die Komödie lehrt.

Don Miguel kommt 1569 mit seiner Geliebten Francesca und einem Manuskript für ein Buch in Barcelona an. Sie sind auf der Flucht und finden Unterschlupf bei Sancho de Fermín la Torre. Da Don Miguel sein Buch „Ein Dichter in der Hölle“ schnellstmöglich drucken lassen will, macht ihn Sancho mit dem Buchdrucker Sempere bekannt. Don Miguel, der sehr bald Freundschaft mit Sempere und Sancho schließt, erzählt ihnen schließlich seine Geschichte. Cervantes ist eine glücklose Figur: Zum einen ist er in die wunderschöne Francesca verliebt, die jedoch einem anderen Mann versprochen ist. Zum anderen ist er ein erfolgloser Schriftsteller, der keinen anderen Weg mehr weiß, als sich und seine Seele an den geheimnisvollen Verleger Andreas Corelli zu verkaufen.

Manchmal muss ein Schriftsteller tausend Seiten verbrennen, ehe er eine zustande bringt, die es verdient, seinen Namen zu tragen.

„Der Fürst des Parnass“ erschien im April 2014 im Rahmen des „Welttags des Buches“ und umfasst knapp 90 Seiten. Zafón erzählt in dieser Novelle kurzweilig, temporeich und sehr poetisch von einer unsterblichen Liebe, einem faustischen Pakt, und von einem Autor, dem dieses Buch wohl gewidmet ist: dem spanischen Nationaldichter Miguel de Cervantes – Schöpfer des legendären „Don Quijote“.

Ein Dichter ist das einzige Wesen, das mit den Jahren das Sehvermögen zurückgewinnt.

Buchreihe „Friedhof der vergessenen Bücher“:

Rezension: NR. 322
30. Juli 2014

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