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Katharina Mahrenholtz/Dawn Parisi: Shakespeare! Seine Werke, seine Welt

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Wie war das noch? Ein Prinz, ein Geist, eine Wahnsinnige… und dann? Wer von Shakespeare sich mit Müh und Not an „Sein oder nicht sein“ erinnern kann, noch weniger seine Werke im Kopf parat hat und am literarischen Stammtisch trotzdem eine gute Figur machen möchte, dem sei dieses Vademecum ans Herz gelegt. Kompakt und humorvoll – in Wort und Bild – werden die Werke von einem der größten Literaten der Welt präsentiert und mit historischen Infos angereichert.

Wie heißt die Frau von Othello, wer hat wen aus Versehen erstochen und warum hat König Lear seine Lieblingstochter enterbt? Warum ist Macbeth Shakespeares gefährlichstes Stück, wie viel kostete ein Stehplatz im Globe-Theatre und was hat Shakespeare seiner Ehefrau hinterlassen?

„What the Folio“ – so lautet ein Kapitel in dem 73 Seiten umfassenden und liebevoll gestalteten Büchlein über Shakespeare und seine Werke. Hier erfährt der Leser mehr über die erste Gesamtausgabe des Dichters. Zwischen „Viel Lärm um Nichts“ und „Heinrich V.“ kann man Fakten über das berühmte Globe Theater nachlesen. Ein Kapitel trägt den Titel „Da-dum-da-dum-dadum-da-dadum-da“ und beschäftigt sich mit dem Versschema. Zum Schluss des Buches gibt die „Shakespeare-Pinnwand“ Erstaunliches preis: Hättet ihr gewusst, dass es nur zwei authentische Porträts von Shakespeare gibt, und dass beide erst nach seinem Tod gemalt worden sind? Oder dass der Poet von seinen Landsleuten liebevoll „The Bard“ genannt wird? Oder dass es „Hamlet“ auch in einer klingonischen Übersetzung gibt?

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Es sind nicht nur witzige Anekdoten über den Autor, prägnante Inhaltsangaben und Wortdefinitionen, die hier zusammengetragen wurden. Zwischen diesen Buchdeckeln wird der Leser auf eine spannende Zeitreise genommen. Denn durch das Buch verläuft eine Zeitlinie, die Shakespeares Wirken mit harten Fakten untermauert. Als zum Beispiel „Troilus und Cressida“ geschrieben wurde, erfand man auch das Flaschenbier und die Pest bricht wieder einmal in London aus. Oder: Zur Zeit des „Sommernachtstraum“ unternahm Sir Francis Drake seine letzte Expedition und das Wort „Trigonometrie“ wird eingeführt.

Shakespeare ist alles andere als langweilig. Und genau so ist auch dieses Buch gestaltet. Als Schüler hätte ich mir dieses Buch für den Unterricht gewünscht: In Null­kom­ma­nichts hätte ich nicht nur mehr über den Dichter und seine Zeit gewusst, ich hätte auch die Liebe zu seinen Werken eher entdeckt. Die Journalistin Katharina Mahrenholtz und die Gestalterin Dawn Parisi haben mit „Shakespeare! Seine Werke, seine Welt“ einen unentbehrlichen Begleiter hingelegt, der durch seine Aufmachung und die dargebotenen Informationen überzeugt.

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Rezension: NR. 330
[ssba]
11. Januar 2015

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