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A. Lee Martinez: Diner des Grauens

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Wer auf spritzendes Blut, herausquellende Eingeweide und höllisches Zombie-Treiben steht und dabei auch noch gut unterhalten werden möchte, ist mit diesem Buch gut bedient. Die monströse Loretta ist Besitzerin eines Restaurants im amerikanischen Nirgendwo. Dass jede Nacht Zombies vom nahegelegenen Friedhof ihr Diner aufmischen ist schon fast normal. Normalerweise lässt sich dieses Problem mit der Schrotflinte schnell lösen. Doch die über- und unnatürlichen Phänomene werden stärker.

„Der aufgespießte Zombie packte ihn an der Kehle. Vampire müssen zwar nicht atmen, aber selbst für einen Untoten kann ein gequetschter Kehlkopf unangenehm sein. Earl trat seinem Angreifer gegen dessen dünnes Bein. Es brach unterhalb des Knies ab. Der Zombie hüpfte einbeinig und verstärkte den Griff während seine Brüder und Schwestern ihr Opfer einkreisten.

„Äh, Duke“, krächzte Earl, „ich könnte hier ein bisschen Hilfe gebrauchen.“

Die Leichen fielen in einem wirren Knäuel über ihn her.

„Scheiße.“

Duke stopfte sich eine Hand voll matschigen Pommes in den Mund und zog seine Jacke aus, gefolgt von seinem T-Shirt. Er war gerade dabei, seine Stiefel aufzumachen, als Loretta zurückkam. „Wo ist Ihr Freund?“

Er nickte in Richtung des Haufens ächzender Toter. Sie schoss auf zwei der oberen Leichname und lud hastig nach. „Tut mir wirklich Leid für Ihren Freund hier. Wie wär’s mit einem Gratisstück Apfelkuchen? Ich kümmere mich nur vorher noch um diese gottlosen Scheußlichkeiten.“

Duke zog seine Jeans aus und stand vollkommen nackt da. Der Werwolf fand es zeitsparend, sich gar nicht erst mit Unterwäsche aufzuhalten. Er warf seine Kleider in einem Haufen auf die Theke.

„In Ordnung. Ich bin so weit.“

Im Kampf gegen die Zombies wird Loretta von zwei Durchreisenden unterstützt: Earl und Duke, einem seltsamen und eingespielten Gespann, wenn’s um derartige ungute Kreaturen geht, denn schließlich gehören sie ja auch irgendwie dazu. Der nachdenkliche und empfindliche Earl ist ein Vampir. Sein bester Freund eine korpulente Kampfmaschine, die in Werwolfsgestalt zu Höchstform auflebt.

Dass es ausgerechnet alle untoten Widerlichkeiten der Umgebung immer wieder zu Lorettas Diner ziehen, geht auf das Konto des pubertierenden Mädchens Tammy, die nichts anderes im Sinn hat, als die alten (und natürlich furchtbar bösen) Götter aus ihrem unterirdischen Gefängnis zu holen, den Weltuntergang einzuleiten und sich selbst in den Götterstand zu heben. Doch Earl, Duke, Loretta, eine Friedhofswächterin und ein Geisterhündchen, machen ihr mit einem grauslichen Niedergemetzel einen Strich durch die Rechnung.

„Diner des Grauens“ erzeugt beim Lesen schnell wechselnde Gefühle. Zuerst lacht man noch in sich hinein, weil manchmal einfach die Regeln des Horrors auf den Kopf gestellt werden, dann gruselst einen, wenn Eingeweide zerfetzt oder Gliedmaßen weggeätzt werden. Ein komplexbehafteter Vampir, Zombie-Kühe, Protoplasma-pinkelnde Geisterhunde, ein Magic-Eight-Ball, der auf Bonanza steht und Ghouls, die vor ihrer Auflösung während des Sonnenaufgangs noch blöde Witze reißen – das Buch ist definitiv nicht ernst zu nehmen…

Rezension: NR. 64
[ssba]
23. September 2007

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