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Jasper Fforde: Es ist was faul

Die Top Agentin Thursday Next lebt nun schon seit zwei Jahren in der Bücherwelt, schlägt sich mit dem Minotaurus und der Bürokratie der Jurisfiktion herum und möchte in die Wirklichkeit zurück kehren. Nicht zuletzt wegen ihren genichteten Mannes. Auch wegen Friday, ihrem gemeinsamen mittlerweile zwei-jährigen Sohn, dessen Babysitter ein Gorilla ist. Sie macht sich auf den Weg nach Swindon und erkennt rasch, dass etwas faul in England ist. Die fiktive Buchfigur Yorrick Kane strebt den Job als Diktator an und wird von der Goliath Corporation unterstützt. Zusammen mit Hamlet, Emperor Zhark, einer Gruppe Neandertaler und dem hl. Zvlkx rettet sie die Welt.
Im vierten Band der Next-Serie des walisischen Autors Japser Fforde wird man ebenso wie in den vorhergehenden Bücher mit skurillen Ideen und Details verwöhnt. Die Aufgabe, die sich Thursday dieses Mal stellen muss wird von ihrem zeitreisenden Vater vorgegeben: Falls das Krocket Team von Swindon nicht den WCL SuperHoop `88 gewinnt, wird Yorrick Kane Diktator und die Welt wird drei Wochen darauf untergehen. Also macht sich Thursday auf, Kane zu verhaften, eine Berufskillerin auszuschalten, das erbärmliche Krocket-Team auf Vordermann zu bringen, ihren genichteten Landen zu reaktivieren, einen Shakespeare-Klon zu finden und eine geeignete Betreuung für Friday zu suchen.

Es geht also ganz schön zu auf 426 Seiten, dem Leser wird garantiert nich langweilig und hat den Lacher auf seiner Seite. Auch wenn man bereits zu Beginn davon ausgeht, dass Thursday ihre ToDo-Liste bravourös abarbeitet, passieren dennoch genügend Überraschungen, die das Lesen zum Vergnügen machen. Friday spricht nur Lorem-ipsum-Blindtext, der Prophet entpuppt sich als Hedonist, die Granny ist zwar alt aber sicher keine Granny, eine Raststätte ist eigentlich nur die Abfertigungshalle für gerade Verstorbene …. Ebenfalls unerwartet ist der Wechsel des Erzählers gegen Ende: Hier kommt Landen zu Wort, denn die Ich-Erzählerin ist beim Sterben. Und für diejenigen, die das Buch zu ernst nehmen sollten, rückt Fforde himself in seiner Danksagung noch Verschiedenes ins rechte Licht:

Bei der Niederschrift dieses Buches wurden keine Pinguine getötet und keine Klaviere zerstört. Für die zahlreichen in diesem Buch gegen die Dänen erhobenen Anschuldigungen möchte ich mich entschuldigen. Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass Zefirellis glänzende Hamlet-Verfilmung mit Mel Gibson und Glenn Close nicht, wie bisher vermutet, im Jahr 1991, sondern schon 1987 erfolgte, damit sie in diesen Roman passt.

Ein fünfter Band der Serie mit dem Titel „First Among Sequels“ ist übrigens für Juli 2007 angekündigt.

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Rezension: NR. 24
27. März 2007

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