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Joe Abercrombie: Half a King

Half a aKing by Joe Au

Dies ist der erste Teil der neuen Trilogie „Shattered Sea“ des Bestseller-Autors Joe Abercrombie. Der Held der Geschichte heißt Yarvi und ist der jüngste Sohn des Königs Uthrik von Gettland. Nicht nur durch seine späte Geburt kann Yarvi keinesfalls der Erbe des „Black Chairs“, Herrschersitz des Königs, sein. Eine seiner Hände ist verwachsen und gekrümmt. Es ist diese Behinderung, die ihm zu einem halben Menschen macht, zu jemandem, der den Vorstellungen eines Königsvaters nicht entspricht.

„Wisdom can be learned, my prince.“
He held his left hand, such as it was, up to the light. And hands? Can you teach those?“
„You may lack a hand, but the gods have given you rarer gifts.“
He snorted. „My fine singing voice, you mean?“
„Why not? And a quick mind, and empathy, and strength that makes a great minister, rather than a great king. You have been touched by Father Peace, Yarvi. Always remember: strong men are many, wise men are few.“
„No doubt why women make better minister.“ „And a better tea, in general.“

Da auch eine Karriere als Soldat nicht in Frage kommt, wird Yarvi zum „Minister“, zu einem Berater in politischen Belangen, ausgebildet. Es fehlt ihm nur noch die Meisterprüfung, um seine Ausbildung abzuschließen. In einer seiner letzten Unterrichtsstunden bei Mutter Grunding erreicht ihn die Nachricht von der Ermordung seines Vaters und seines Bruders. Ein paar Seiten weiter erbt Yarvi daraufhin nicht nur den Schwarzen Sessel, sondern auch noch die Verlobte seines Bruders. Aber bevor sich der junge König seinem Volk und seiner zukünftigen Frau beweisen kann, wird er vom eigenen Onkel heimtückisch verraten.

Der Mordanschlag misslingt, Yarvi überlebt mit knapper Not. Für tot gehalten, wird er als Galeerensklave verkauft. Aber Yarvi ist ein schlechter Ruderer auf dem Schiff der stets betrunkenen und teuflischen Kapitänin Ebdel Aric Shadikshirram. In seinen Kameraden auf der gemeinsamen Ruderbank jedoch findet unser Held Zuspruch, Hoffnung und nicht zuletzt Freunde fürs Leben. Mit ihrer Hilfe versucht er Rache an dem Verrat seines Onkels zu nehmen.

“I swore an oath to avenge the death of my father. I may be half a man, but I swore a whole oath.”

Die Welt, die wir durch Yarvis Augen kennenlernen, erinnert etwas an das Zeitalter der Wikinger. Die Länder, die rund um die Shattered Sea drapiert sind, werden vom Hohen König regiert. Ihm unterstehen mehrere Königreiche, die untereinander zerstritten sind. Wesentlichen Einfluss auf Politik und Gesellschaft haben die Minister, die sich untereinander über ihre Herren austauschen.

„Half a King“ unterscheidet sich von anderen Werken wie “ The Red Country“ oder „Heroes“ (Kriegsklingen). Der Autor bleibt zwar seinem Genre treu, dieser Roman ist aber weniger blutrünstig, bissig, komplex und politisch. Schon allein deshalb, da er sich an ein junges Publikum richtet. Nichtsdestoweniger wird der  Spannungslevel konstant hoch gehalten. Obwohl Verrat und die darauffolgende Rache so alt wie die Menschheit sind, arrangiert Abercrombie das Thema erfrischend fesselnd.

Es hätte nicht George R. R. Martins vielversprechende Empfehlung „Grabbed me and refused to let me go“ am Umschlag des Buches bedurft, um das Buch zu lesen. Auch nicht die anderen Lobpreisungen, die sich auf vier Seiten erstrecken. Aber wer hat, der hat… Jedenfalls liegt der zweite Teil „Half the World“ bei mir parat, um demnächst gelesen zu werden.

Rezension: NR. 335
[ssba]
19. April 2015

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