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Richard Kadrey: Kill the Dead (Sandman Slim, #2)

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Richard Kadrey – Kill the Dead

Warum Tote um die Ecke bringen? Ganz einfach: Entweder, weil sie zu viel Ärger machen, oder weil – in diesem Fall – man einen (halbwegs gut bezahlten) Auftrag hat. James Stark alias Sandman Slim erledigt aus finanziellen Gründen tödliche Aufträge für die Golden Vigil. Coole Lederjacken werden ja nicht verschenkt und der körperlose Wohnungs-Co Kasabian muss auch durchgefüttert werden. „Kill the Dead“ schließt ein halbes Jahr nach den Ereignissen in „Höllendämmerung“ an. Das Buch beginnt mit der Jagd auf die durchgeknallte Vampirin Eleanor.

Nach diesem eher belanglosen Job wird’s auch für den Sandman Slim interessant. Für den Höllenfürst persönlich, Luzifer, der für geraume Zeit die Welt mit seiner Anwesenheit beehrt, soll er den Bodyguard mimen. Klar, dass die Sache stinkt. Aber die Bezahlung ist gut.

Es ist kurios: Luzifer ist zu Besuch auf Erden und plant eine Filmbiografie. Und da Luzifer bekannterweise auf Erden nicht über seine volle Macht verfügt und einige Menschen ihre Seele gerne wieder hätten, soll Stark ihn zu den offiziellen Celebrity-Terminen begleiten und beschützen. Mehr für den Show-Effekt als für den tatsächlichen Schutz, meint er. Aber Luzifer ist ja nicht bekannt dafür, dass er sich streng an die Wahrheit hält.

„What do I have to do as your bodyguard?“

„Not much. I don’t expect any trouble, but all the major celebrities travel with their own security these days. who better for me to have by my side than Sandman Slim? All you have to do is remember to wear pants and occasionally look menacing. Really, you’ll be less my bodyguard and more of a branding opportunity, like Ronald McDonald.“

Es gibt eine Menge anderer Nebenhandlungen und Charaktere in diesem Buch. Unter anderem ein tschechisches Porno-Sternchen mit übernatürlichen Kräften, eine Zombie-Armee und natürlich auch jene Leute, die wir aus dem ersten Band kennen: Kasabian, Dr. Kinski, Vidocq und Allegra. Und währenddessen macht Stark wieder eine Identitätskrise durch. Seltsamerweise beginnen seine Narben aus der Hölle zu heilen und er wird zusehends menschlicher. Aber wenn man mit einer Horde Zombies zu tun hat, ist Menschlichkeit nicht gerade eine Eigenschaft, die einem weiter hilft. Gegen Ende des Buches hat Stark Neues über sich und sein Erbe erfahren und die entsprechenden Entscheidungen getroffen.

Check me out now, boys and girls. I am become Death. The destroyer of worlds.

„Kill the Dead“ knüpft fast nahtlos an den ersten Teil „Höllendämmerung“ an und ist noch mehr ein hardboiled Feuerwerk an abgebrühten Sprüchen und rotzigem Humor. Kurz: ein literarischer Splatter mit Spass-Faktor. Wer auf Antihelden wie den Bourbon Kid oder Harry Dresden steht, wird seine unanständige Freude mit Sandman Slim haben.

Richard Kadrey ist Fotograf und Schriftsteller aus San Francisco. Mittlerweile sind es neben unzähligen Geschichten 10 Romane, die er veröffentlicht hat. Die Sandman Slim-Serie umfasst derzeit 5 Bücher.

Rezension: NR. 341
19. September 2015

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