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Richard Kadrey: Höllendämmerung (Sandman Slim, #1)

Richard Kadrey sandman-slim
Richard Kadrey sandman-slim

„Die Höllendämmerung“ ist der erste Teil einer Supernatural-Serie des amerikanischen Autors und Fotografen Richard Kadrey. Sein Protagonist James Stark, alias Sandman Slim, kehrt nach 11 Jahren aus der Hölle (das ist hier wörtlich gemeint) zurück. Ziemlich verkohlt und ramponiert erwacht er auf einem Friedhof in Hollywood – mit einer ziemlichen Wut in Bauch. Sein Zorn gilt weniger Luzifers Folterknechten, denen er als Gladiator gedient hat, sondern den Leuten, die ihn vor mehr als einem Jahrzehnt trickreich in die Hölle geschickt haben. An oberster Stelle seiner Liste steht Mason, mittlerweile der mächtigste Magier von L.A..

Stark, vor 11 Jahren ebenfalls ein talentierter Magier, wurde Mason zu mächtig und so räumte er ihn kurzerhand aus dem Weg, in dem er ihn in den Orkus verbannt hat. Mason ahnt noch nichts davon, dass sein Widersacher aus der Hölle mächtiger denn je zurückkehren könnte. Wieder in L.A. beginnt Stark seinen persönlichen Rachefeldzug und wird dabei von dem französischen Alchemisten Vidocq sowie von dem kuriosen Arzt Dr. Kinski und seiner vampirischen Assistentin Candy unterstützt. Ein freches Mädchen, das in einem Videoladen arbeitet und Allegra heißt, mischt ebenfalls mit.

„Elf Jahre lang hat man mich durch die Mangel gedreht und auf eine Art und Weise missbraucht, wie du dir gar nicht vorstellen kannst. Ich habe jede Sorte widerwärtiger Biester mit schwarzer Seele und toten Augen umgebracht, Biester, die du bloß aus Alpträumen kennst, bei denen du dir in dein Schlafanzughöschen gemacht und nach deiner Mami geschrien hast. Ich töte Monster, und wenn ich wollte, könnte ich ein Wort sagen, das dich von innen heraus zu Pulver verbrennt. Ich kann jeden Menschen, den du kennst, mit bloßen Händen in feuchte Fetzen reißen. Sag mir einen Grund, weshalb ich dich eventuell brauchen könnte!“

Allegra sieht mir von unten her direkt ins Gesicht, ohne zu blinzeln. In ihren Augen steht keinerlei Furcht.

„Weshalb? Selbst wenn du ’ne ziemlich gelungene Kreuzung aus einem Tasmanischen Teufel und dem Todessengel bist, weißt du nicht mal, wie man sich ein anständiges Telefon besorgt.“

11 Jahre Hölle können Menschen, auch jene mit magischen Fähigkeiten, ganz schön verändern. Wieder zurück auf der Erde, kann Stark von seiner höllischen Lehrzeit profitieren. Eine Hellion-Münze, die immer die Wahrheit sagt, und einem Knochenmesser, das so ziemlich alles schneiden kann, leisten ihm gute Dienste. Ein in seiner Brust eingebetteter Schlüssel erlaubt ihm, in den Raum der 13 Türen zu gehen. Zudem ist Stark durch seine Zeit in der Hölle unsterblich geworden. Sein Plan für die Zukunft ist einfach: Töte alle, die an der Operation vor 11 Jahren beteiligt waren.  Stark beginnt seine Vendetta, in dem er Parker, Masons rechte Hand, angreift. Das allerdings zieht die Aufmerksamkeit von Marschall Well von Homeland Security und den Kissi, einer Gruppe von Anti-Engeln, auf sich.

Der Sandman Slim ist so etwas wie ein Revolverheld, ein Killer mit hitzigem Temperament und trockenem Humor. Wer auf blutige Action und markige Sprüche steht, wird mit diesem Urban-Fantasy-Roman seine Freude haben. Kadrey bedient sich einiger Klischees, die bei einem bestimmten Publikum immer gut ankommen. Da macht es auch nichts aus, wenn manches vorhersehbar ist und die Handlung überschaubar bleibt. Wer Jim Butcher und seine Harry-Dresden-Serie mag, oder bereits Polanskys „Herr der Unterstadt“ gelesen hat, der wird sich auch für Sandman Slim begeistern können. Dieses Jahr ist bereits der fünfte Teil der Sandman-Slim erschienen, der sechste Teil ist in Arbeit. Auf deutsch gibt es zur Zeit nur den ersten Teil. In Planung ist auch eine Kino-Verfilmung.

Rezension: NR. 315
1. Dezember 2013

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