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Eric Carle: Die kleine Raupe Nimmersatt

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Jeder kennt sie, jeder hat sie im Bücherregal stehen – aber worin liegt die Faszination der Raupe, die sich durch Blätter und Obst frisst, bis sie schliesslich schwerere Kost wie Würstel, Topfenstrudel und Eiscreme zu sich nehmen darf? Darin, dass das Tier irgendwann zum Schmetterling wird? Wohl kaum. Meine Kinder haben die Sache mit dem Schmetterling immer als eher uninteressant abgetan. Dass die Handlung nur aus den diversen Gerichten der Raupe besteht, stört die Kleinen zwar nicht, es fasziniert sie aber auch nicht. Spannender ist da schon die Tatsache, dass es beim Kauf des Buches auch eine Holzraupe dazu gibt.

Die Raupe Nimmersatt zählt zu den Klassikern unter den Kinderbüchern. Seit zehn Jahren ist der Vielfraß auch das meistgespielte Theaterstück für Kinder in Österreich.

Ich möchte nicht über Political Correctness sprechen – aber im Zeitalter der Fettleibigkeit bei Kids – ist diese Raupe da ein tolles Vorbild? Meine Kinder haben bei diesem Buch auch nicht zählen gelernt, was angesichts der großen Mengen, die die Raupe zu sich nimmt, pädagogisches Ziel sein könnte. Sie wurden ausserdem etwas verwirrt, weil manche ihnen von der „Zwetschke“ und manche von der „Pflaume“ vorgelesen haben. Die Obst- und Gemüsenamen blieben also ebenfalls ein Mysterium für sie.

Die Raupe Nimmersatt wird zum Leidwesen der Nachwuchs-Kinderbuchautoren und Kinderbuchillustratoren ständig neu verlegt und verkauft sich gut. 20 Millionen Exemplare in 30 verschiedenen Sprachen – die gefräßige Raupe hat es weit gebracht. Eric Carle hat einige andere Stars wie „Herr Seepferdchen“ und „Die Biene und der Räuber“ erfunden.

Ich habe nichts gegen die Raupe. Den Plot finde ich – selbst als nicht besonders spannende Vorschulkinderbücher gewohnte Mutter – etwas langweilig. Da ist mir die schlimme Pippi Langstrumpf wesentlich lieber. Oder die Geschichten vom kleinen Bären, der seine sehr Eltern lieb hat und langsam lernt, allein in der Welt zurecht zu kommen. Was mich stört, ist, dass um das Raupenvieh ein derartig unverhältnismässiger Hype entstanden ist.

Rezension: NR. 132
[ssba]
2. Juni 2009

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