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Christian Limmer: Unter aller Sau

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Der kleine, bayerische Ort Niedernussdorf ist – abgesehen von den klassischen Reibereien unter den Einheimischen – ein ganz idyllisches Plätzchen. Die örtliche Polizeistation hat demnach nicht wirklich viel zu tun. Als zwei Buben eine Plastiktüte mit 3.550 Euro, die sie im Wald gefunden haben, dort abliefern, denken sich die beiden Wachtmeister Schorsch und Erwin zunächst mal gar nichts. Als der dritte Wachtmeister Richie die Vermutung äußert, dass das Geld vielleicht neben einer Leiche gelegen haben könnte, nimmt ihn keiner ernst. Warum auch? Richie ist zumeist in einem komatösen Zustand und und nur in seltenen Momenten zurechnungsfähig. Mehr aus Pflichtbewusstsein wird Dienststellenleiterin Gisela Wegmeyer informiert, die daraufhin Erwin und Richie zur Fundstelle schickt. Was die beiden im Wald knapp an der Grenze zu Grünharding finden, lässt sie mit dem Brechreiz kämpfen.

Schneewittchen war kein schönes Anblick. Ihre Haut weiß mit einem Grauschimmer, schwarzes, zotteliges Haar, die Lippen blau und rissig, das rechte Auge blutunerlaufen, im linken räkelten sich ein Dutzend Maden.

Eine halb verweste Leiche ist aber nicht das Schlimmste für das ermittelnde Quartett. Das Böse tritt vielmehr in Form des schönsten Polizisten Niederbayerns auf – Hauptkommissar Lederer. Seine Markenzeichen: abgewetzter Ledermantel, Cowboystiefel aus Straußenleder und Pornoschnauzer. Unter seiner Leitung beginnt die patente Gisela, Beweise und Indizien zu sammeln. Der Hauptkommissar ist dabei – wie zu erwarten – mehr Hemmschuh als eine echte Hilfe. Erst als Gisela und ihre Truppe mit Bauernschläue und Raffinesse eigene Wege gehen, lichtet sich das Geheimnis um die übel zugerichtete Tote. Ein illegales Bordell und zwei rumänische Zuhälter sorgen für Aufregung im ganzen Dorf.

Mehr lustig als spannend ist dieser Debüt-Krimi des in Straubing geborenen Christian Limmer. Nichtsdestoweniger präsentiert er mit „Unter aller Sau“ eine gut und flüssig erzählte Geschichte mit allerlei kauzigen Charakteren. Eine Empfehlung mit hohem Unterhaltungswert – für Liebhaber bayerischer Krimis.

Rezension: NR. 318
3. März 2014

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