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Cecelia Ahern: Vermiss mein nicht

Angenommen, die einzelnen Socken, die so im Laufe der Zeit auf mysteriöse Weise verschwinden, schluckt gar nicht die Waschmaschine. Und angenommen, die auf seltsame Weise verlegten Schlüssel, gehen nicht verloren. Angenommen alle derartigen Kleinode entschwinden an einem bestimmten Ort. Angenommen, auch Menschen verirren sich dorthin und sind für den Rest der Welt dann nicht mehr auffindbar… Wer noch nicht die geeignete Lektüre für den Sommer hat, sollte sich dieses Buch zulegen. Fantasievoll erzählt die irische Jung-Autorin Cecelia Ahern von Sandy Shortt, die wegen ihres Such-Zwanges an jenen verborgenen Ort gelangt.

„Alles im Leben hat seinen Platz, und wenn sich etwas von diesem Platz wegbewegt, muss es anderswohin. Und hier ist der Ort, wo es landet“

Sandy Shortt hat ihre Zeit immer schon mit dem Suchen verbracht. In ihrer Kindheit waren es noch Socken, Teddybären und ihr Tagebuch – als Erwachsene macht sie ihr zwanghaftes Verhalten zum Beruf und gründet eine Agentur, die sich darauf spezialisiert, vermisste Personen wieder zu finden.

Eines Tages wird sie von Jack Ruttle kontaktiert, der seit einem Jahr seinen Bruder vermisst. Zuerst beschränkt sich ihre Kommunikation auf das Telefon, als sie dann ein Treffen vereinbaren, wartet Jack vergebens auf Sandy. Er begibt sich auf die Suche nach ihr und lernt dadurch ihre Persönlichkeit immer besser kennen. Kurz vor dem vereinbarten Treffen verirrt sich Sandy in einem Wald und findet sich plötzlich an einem mystischen Ort wieder, an dem sie all den Personen begegnet, die sie während ihrer Tätigkeit gesucht hat. Dieser Ort wird einfach „Hier“ genannt und es gibt keinen Weg zurück in die reale Welt.

Ahern beschäftigt sich in diesem Buch mit der Frage, was mit den Dingen und Gefühlen, die wir verlieren, geschieht. Der Ansatz, dass alles sich an einem Ort sammelt, ist originell. Die wechselnden Erzählperspektiven und Zeitebenen machen das Buch reizvoll zu lesen. Mit „Vermiss mein nicht“ ist der Autorin ein pfiffiger und unterhaltsamer Roman gelungen. Die Irin wurde mit ihrem Roman „P.S. Ich liebe Dich“ bekannt, den sie im Alter von 23 Jahren verfasst hat.

Leseprobe auf fischerverlage.de

Rezension: NR. 40
12. Juni 2007

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