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Martina Brandl: Halbnackte Bauarbeiter

Rezension Halbnackte Bauarbeiter von Martina Brandl

Ein Buch für alle, denen „Sex & the City“ zu kompliziert ist oder die deutsche Variante der Serie kennenlernen möchten. Ute, knapp 40, lebt in Berlin, ist selbständige Grafikerin, wohnt in einer WG und ist auf der Suche nach Männern bzw. nach dem einen Mann.

Dass sie bis zum Schluß des Romans keinen findet, liegt wohl nicht an der hektischen Großstadt, in der sich ein Landei nicht zurechtfindet, sondern an der Protagonistin selbst: Mürrisch, pendantisch und ziemlich träge lebt Ute in den Tag hinein und lässt ihren Gedanken freien Lauf. Und die beschränken sich auf die zu vielen Kilos, zu wenigen Klamotten, den leeren Kühlschrank und auf Männer.

Hier die überschaubare Handlung: Ute trifft auf Johnny Depp (natürlich nicht der echte) vor einer Döner-Bude. Der will mit ihr, aber es passt im Moment nicht. Später passt der Moment, aber da will Ute nicht mehr, weil der Depp ein Depp ist. Ute trifft auf Michael, der will zwar, aber für Ute etwas zuviel. Ute trifft auf Sergej. Der ist Russe und Ute ziemlich besoffen. Ute trifft auf Alexis und Helge und schaut mal, was bei dieser 3er Beziehung raus kommt. Ende.

Tja, Leute, das war’s mit der Handlung. Und wer jetzt nach den halbnackten Bauarbeitern (ja, auch ich habe mich durch den Titel verleiten lassen) fragt: Ich suche die immer noch. Die Geschichte ist ein auf 253 Seiten ausgedehntes Gelabere und ebenso oberflächlich wie die Heldin selbst. Es gibt keine Spannung, keinen Höhepunkt, keinen (wirklich ernsthaften) Konflikt, keine Katastrophe und der im Klappentext gepriesene Witz liegt unter dem Gefrierpunkt. Es gibt also keinen Grund das Buch zu lesen? Genau. Dagegen hatte Tommy Jauds „Resturlaub“ ja noch Tiefgang.

Hätte die Autorin die Heldin nicht 38 sondern 18 Jahre sein lassen, wäre der Roman für die Zielgruppe „Mädchen zwischen 14 und 16“ durchgegangen. Martina Brandl ist übrigens Komikerin, Sängerin und Moderatorin und ist manchen vielleicht aus „Quatsch Comedy Club “ bekannt. Mit diesem Buch hat sie keine Glanzleistung hingelegt. Schade um die Zeit und um das Papier.

Rezension: NR. 110
17. Juli 2008

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