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Stephenie Meyer: Seelen

seelen

Es wird nicht mehr lange dauern, dann wir uns das Kino mit dem letzten Teil der Twighlight-Saga beglücken. Fans von Stephenie Meyer müssen leinwandtechnisch dann auch nicht mehr lange auf den darauf folgenden Highlight warten. „Seelen“ wird soeben verfilmt und wird 2013 in den Kinos zu sehen sein. Wer mag, kann sich vorher noch den Roman zu Gemüte führen.

Die Seelen sind eigentlich ziemlich fiese außerirdische Schmarotzer, die sich in den Körpern von Menschen eingenistet haben. Am Anfang der Geschichte ist bereits der größte Teil der Erdbevölkerung besetzt. Nur noch einige wenige Menschen laufen noch herum, unbesetzt und frei.So auch die 20-jährige Melanie und ihr kleiner Bruder Jamie. Doch als Melanie eines Nachts auf Beutezug unterwegs ist, wird sie von einer Sucherin gefasst und ihr wird die Seele namens „Wanderer“ eingesetzt.Melanie, eine Rebellin und ein Sturkopf, hat jedoch einen starken Geist. Sie beginnt, sich gegen den Fremdkörper aus dem All zur Wehr zu setzen und ihn für ihre Zwecke einzusetzen. Melanies einziges Ziel ist es, ihren Bruder Jamie und ihren Geliebten Jared, ebenfalls ein unbesetzter Mensch, wiederzusehen. Das gelingt ihr auch schließlich, denn die in ihrem Körper eingenistete Seele entwickelt während ihrer Wanderung zu den versteckten Höhlen, wo Melanie Jamie und Jared vermutet, Gefühle wie Verständnis und Anteilnahme. Doch eine ziemlich penetrante andere Seele ist ihnen auf den Fersen: Es ist eine Sucherin, eine Seele, deren Aufgabe es ist, undichte Stellen im Seelen-System zu orten und Rebellen wie Melanie zu eliminieren.

Nach dem Hype um Twighlight ist man als Leser versucht, nachfolgende Bücher nach diesen Bestsellern zu messen. Das erübrigt sich eigentlich, da die Autorin in diesem Roman sich in das Sience-Fiction-Territorium gewagt hat und nachtaktive Fantasy-Gestalten kein Thema sind. Mir hat die Idee, die diesem Buch zugrunde liegt, gefallen. Die Erde ist in Besitz einer Spezies, die sich die gewaltfreie Gesellschaft auf die Fahnen geheftet hat.  Die Seelen werden als friedliebend, freundlich und ehrlich beschrieben. Wir Menschen hingegen haben eine angeborene Aggression, die nicht selten in brutale Gewalt umschlägt, die sich dann gegen die eigene Umwelt richtet. Natürlich ist diese Zerstörungswut nicht das, was unseren Planet so begehrt für die Seelen macht. Die Antwort liegt auf der Hand und Stephenie Meyer ist nicht die Einzige, die auf diese faszinierende Fähigkeit zurückgreift: Es ist die Liebe.

Um die Geschichte von der Beziehung zwischen Melanie und Wanderer wirklich attraktiv zu machen, hat sie – ähnlich zu ihren Romanen mit Biss – auf das emotionale Potenzial einer Dreiecksbeziehung zurückgegriffen und in „Seelen“ weiterentwickelt. Melanie, die ihren Jared von ganzem Herzen liebt, kann sich ihrem Geliebten nicht verständlich machen. Sie wird aufgrund ihrer Funktion als Wirt sogar von ihm auf rohe Art zurückgestoßen. Um den Konflikt perfekt zu machen, lässt Meyer die Seele Gefühle für einen anderen Menschen entwickelt.

Aber trotz aller schriftstellerischen Raffinessen und die tiefgründige Auseinandersetzung damit, was es bedeutet ein Mensch zu sein, hinterlässt dieser Roman bei mir nicht das Gefühl, ein wirklich gutes Buch gelesen zu haben. Zum einen hat sich die Autorin bereits am Anfang ein wirklich erfüllendes Ende blockiert, zum anderen ist es das Rollenverständnis von Mann und Frau, das mich bei Meyers Büchern etwas ärgert. Zudem werden die Seelen als perfekte Wesen skizziert, sieht man mal davon ab, dass sie Parasiten sind. Und dennoch: Sobald auch nur ein Schokoriegel in ihre Nähe kommt, können sie sich nicht mehr zügeln …

Rezension: NR. 290
11. November 2012

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