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Abigail Padgett: Blues Dämonen

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Hier werden Todesfälle zur Frauensache: Innerhalb von zwei Wochen sterben in San Diego zwei Politikerinnen. Auf die gleiche Art und Weise. Eine davon, Dixie Ross, sollte bei einer Spendenparty als Stargast auftreten, bei der auch die Sozialpsychologin Blue McCarron und ihre Partnerin Roxie, eine forensische Psychiaterin, anwesend sind. Als die beiden vom Tod der Politikerin erfahren, beginnen sie zunächst auf eigene Faust zu recherchieren. Doch bald werden sie von der Polizei als Consultants für die Mordfälle beauftragt.

Mit unkonventionellen Methoden versuchen Blue und Roxie hinter das Rätsel  des „Schwert des Himmels“ zu kommen, denn mit diesem Namen sind die vor den Morden abgeschickten Drohbriefe, unterzeichnet. Die Zeit drängt, denn der nächste Mord wird bereits angekündigt. Ob der Mörder eine Frau oder ein Mann ist, ist nur eine Frage, mit der sich Blue beschäftigen muss. „Frauen begehen solche Verbrechen nicht“, muss sich Blue von Detective Rathbone belehren lassen. „Frauen töten häufiger mit Gift als Männer. Aber Männer haben häufiger das Bedürfnis als Frauen, ihre Taten anzukündigen“, sagt die Statistik. Und da ist auch noch die religiöse Komponenten, die den beiden Profilerinnen Kopfzerbrechen macht. Müssen die Frauen sterben, weil sie wie Männer sind?

Christlicher Fundamentalismus, Emanzipation, Sexualität, Politik und Statistik sind die Themen, um die es sich im zweiten Fall der sympathischen Ermittlerin Blue McCarron dreht. „Blues Dämonen“ („The Last Blue Plate Special“) ist ein intelligenter und anspruchsvoller Krimi und sachlich geschrieben. Padgett lässt den Leser nicht nur tief in die Denkweise ihrer Protagonistin Blue eintauchen, sondern vermittelt auf spannende Weise fundiertes Wissen über das soziale Leben in Kalifornien, forensische Psychologie und statistische Arbeitsweise. Fast so nebenbei wird man in eine packende Krimi-Geschichte reingezogen, die einen bis zur letzten Seite fesselt.  Und wie Blue beginnt man selbst, sich Gedanken daürber zu machen, wer nun der Mörder ist. Es wird einem nicht leicht gemacht…

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