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J. R. Ward: Black Dagger – Nachtjagd

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Die Vampir-Serie rund um die Bruderschaft der „Black Dagger“ gibt’s seit 2005 und umfasst mittlerweile 16 Romane. „Nachjagd“ ist der erste davon. Die Autorin J. R. Ward stellt die blutsaugende Bruderschaft der „Black Dagger“ in den Mittelpunkt ihrer Geschichten. Der aus ein paar ziemlich verwegenen Vampirkriegern bestehende Verein muss sich gegen menschliche Vampirjäger, die sogenannten „Lesser“, behaupten, um ihre vom Aussterben bedrohte Art zu schützen. Neben den mit Sicherheit bestaussehendsten Vampiren aller Vampir-Büchern gibt es Blutsklaven, Shellans, Doggen (Hausdiener), Hellren (Vampire mit Ehering) und noch andere Komponenten, die so eine Parallel-Gesellschaft eben ausmachen. Und was sich vielleicht jetzt eher kompliziert anhört, ist einfach gestrickt: Eine Horde schwer kontrollierbarer Vampire, der natürlich ein cooler Obermacker mit ansprechenden Schwächen vorsteht, führt Krieg gegen einen auf Vampire spezialisierten Elite-Trupp. Zwischen den Kämpfen bandelt der Vampir-König Wrath mit der Tochter seines soeben verstorbenen Freundes an (ja, ja, animalische Erotik ist auch dabei) und bekommt damit ein paar persönliche Probleme dazu. Die Journalistin Beth, die noch gar nichts davon weiß, dass sie durch die Gene ihres Vaters bald ebenfalls mit Fangzähnen und Blutdurst ausgestattet sein wird, muss erstmal von ihrem Glück (hauptsächlich körperlich) überzeugt werden; Und dann gilt es noch, den lästigen Polizisten los zu werden, der ebenfalls ein Auge auf Beth geworfen hat. Wer eine romantisch-blutig und kurzweilige Unterhaltung sucht, kann hier zugreifen.

Wrath materialisierte sich im Garten hinter Beths Appartement. Deutlich verspürte er ein Prickeln auf der Haut.

Sie war ganz in der Nähe. Aber in ihrer Wohnung brannte kein Licht.

Aus einer Ahnung heraus ging er um das Haus herum. Da stand eine unauffällige Limousine vor dem Eingang. Und sie befand sich darin.

Wrath nahm den Weg, und schlenderte wie zufällig im Schatten am Wagen vorbei.

Wie angewurzelt blieb er stehen.

Seine nutzlosen Augen funktionierten immerhin gut genug, um ihn wissen zu lassen, dass da ein Typ über ihr hing. Als hätte das starke sexuelle Verlangen des Menschen ihn nicht ohnehin verraten.

Verflucht noch mal, er konnte die Lust dieses Dreckskerls durch den Stahl und das Glas des Autos hindurch riechen.

Wrath machte einen Satz vorwärts. Sein erster Impuls war, die Wagentür abzureißen und zu töten, was auch immer da seine Hände auf ihr hatte. Einfach den Burschen herauszuzerren und seine Kehle aufzureißen.

Doch im letzten Moment drehte er ab und zwang sich zurück in die Dunkelheit.

Arschloch. Er sah buchstäblich rot, so rasend war er vor Wut.

Dass ein anderer Mann diese Lippen küsste, diesen Körper unter seinen Händen spürte…

Ein lang gezogenes Knurren vibrierte in seiner Brust und seiner Kehle.

Sie gehört mir.

Er fluchte. Ach ja, und in welchem Paralleluniversum war er unterwegs? Er war nur vorübergehend für sie verantwortlich, aber sie war nicht seine Shellan. Sie konnte zusammen sein, mit wem sie wollte. Wo sie wollte. Wann sie wollte.

Aber lieber Himmel, die Vorstellung, dass ihr gefallen könnte, was der Kerl da mit ihr machte, brachte ihn um den Verstand. Der Gedanke, dass sie den Geschmack seiner Küsse vielleicht vorzog, reichte allein, um Wraths Schläfen zum Pochen zu bringen.

Willkommen in der wunderbaren Welt der Eifersucht, dachte er. Für ihren Eintrittspreis erhalten Sie rasende Kopfschmerzen, einen beinahe unwiderstehlichen Drang, zum Mörder zu werden, und einen ausgefeilten Minderwertigkeitskomplex.

Er konnte es nicht erwarten, sein altes Leben zurückzubekommen. Sobald sie endlich ihre Transistion hinter sich gebrachte hatte, würde er dieser Stadt den Rücken kehren. Und so tun, als hätte er Darius’ Tochter niemals kennen gelernt.

Seit die „Black Dagger“ auf dem Markt sind, hat sich um die Bruderschaft eine eingeschworene Fangemeinde gesammelt (z.B. -> deutsche Fansite). Wer sich mal auf Youtube umschaut, kann sich dazu Videos mit lauter wunderschönen Männern anschauen – eine gute Einstimmung zum ersten Band der Serie, wenn sich nämlich dann die coolen mit den uncoolen in düsteren Hinterhöfen martialisch abschlachten. Ich kann mir gut vorstellen, dass die erste Geschichte viele zum Weiterlesen bringt, denn die Autorin hat geschickt die unter Leseratten beliebtesten Zuckerstücken arrangiert: Romantische Liebe, Zwistigkeiten zwischen Brüdern, leidenschaftlicher Sex und eine Verschwörung, die so konstruiert wird, dass man sie auch begreift.

Aber trotz schöner Muskelpakete gibt’s beim ersten Band einen Wermutstropfen: In der deutschen Fassung teilt sich der erste Band in zwei Büchern auf, was bedeutet, dass am Ende von „Nachjagd“ die Geschichte mitten in der Handlung abbricht und man etwas frustriert dasteht. Hier also mein Tipp: Zur „Nachjagd“ auch gleich den zweiten Teil „Blutopfer“ ins Einkaufswagerl legen.

Rezension: NR. 194
[ssba]
8. Oktober 2010

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