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Kerrelyn Sparks: Wie angelt man sich einen Vampir?

Gleich vorweg: Dieser Roman hat nichts mit Fischen zu tun und eine Anleitung als Antwort auf die im Titel gestellte Frage gibt’s auch nicht. Blut und saugende Nachtgeschöpfe sind seit Jahren im Trend und den vorwiegend weiblichen Autoren fällt so einiges ein, um innerhalb der Regeln, denen Vampire natürlichwerweise unterworfen sind, ihr Geld zu verdienen. Vampire mögen nun mal keinen Knoblauch und Silber, am Tag schlafen sie im Sarg, gegen Spiegel und Weihwasser reagieren sie allergisch und für das tägliche Blut müssen sie unschuldige Bürger leer saugen. Die meisten Geschichten drehen sich um ein hübsches Mädchen, das sich in einen (wahnsinning-gut-aussehenden/vor-Leidenschaft-strotzenden) Vampir verliebt. Hier ist das alles genau so, nur dass eine love doll die Hauptrolle spielt, an der sich der Vampir im wahrsten Sinne einen Fangzahn ausbeisst. Echt blöd für den Vampir, echt witzig für den Leser! Roman Draganesti ist Vorstand eines Vampir-Clans und Erfinder des synthetischen Bluts (auch hier schlabbern nur die Bösen echtes Blut). Er ist stinkereich, ewig jung, attraktiv, sexy und Jungfrau (vor 500 Jahren war er ein Mönch). Seine Mitarbeiter und er suchen nach Lösungen, um den auf der Welt wandelnden Vampiren ein Leben ohne dem tödlichen Zubeissen zu ermöglichen. Das syntetische Blut gibt’s zwar mittlerweile auch mit Schoko-Geschmack (was dazu führt, dass weibliche Vampire zunehmen), was den Blutsaugern aber noch abgeht, ist der notwendige Biss, der einem die Ewigkeit verschönert.

Also wird eine Gummipuppe erfunden, die, mit allem kurvigen Drum und Dran, dieses Verlangen stillen soll. Ausgestattet mit einigen Litern Blut, kann VANNA („Vampir-Apparat-zur-Neuartigen-Nahrungsaufnahme“) die Halsschlagader pulsieren lassen und der Vampir kann sich ohne Reue bedienen. So weit so gut – bis zu dem Zeitpunkt, als Roman beschliesst, VANNA selbst zu testen. Denn im Eifer des saugenden Gefechts mit der love doll bleibt ihm ein Fangzahn im Plastikhals stecken.

Roman braucht also einen Zahnarzt. Schnell in den gelben Seiten nachgeschaut und schon ist man auf den Weg zur hübschen Frau Doktor Shanna Whelan. Und wie’s sein soll, kommt der Vampir gerade rechtzeitig in die Praxis, um Shanna vor der Russen-Mafia zu retten. Bald ist ziemlich klar – die beiden werden ein Paar. Doch bis es soweit ist, gibt’s ein paar Klischee-Vampire (die Bösen), Vampire in Schottenröcken (die Guten), jugendfreien Vampir-Sex in Cyber-Manier, Kitsch und Happy-End.

Ihr habt es erraten: „Wie angelt man sich einen Vampir?“ ist kein Schocker und kein Buch mit Tiefgang oder bei dem einem die Hände (oder sonstwas) nass werden. Trotzdem hat es eine Bonus: Es ist lustig und eine nette Unterhaltung für zwischendurch.

Rezension: NR. 164
[ssba]
2. März 2010

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