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Lisa McAbbey: Die Eroberung des Normannen

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Im Jahr 1092 erobert der normannische König William II Cumbria, eine Grafschaft an der Grenze zu Schottland. Als Verwalter setzt er seinen ergebenen Soldaten Tancreid de Grande-Île ein. Doch es gibt Widerstand. Rebellen widersetzen sich dem neuen Herrscher und seinem Sheriff. Allen voran die stolze Cwenburh mac Dolfinn, die jüngste Tochter des im Exil lebenden Fürsten von Cumbria. Sie wird als Schreiberin des Sheriffs eingeschleust und soll spionieren.

Das Buch beginnt mit einer schicksalhaften Begegnung zwischen einem Mädchen und einem Krieger auf einem Schlachtross. Die beiden treffen bei einem abgelegenen See in Cumbria aufeinander. Cwen kühlt sich von der schweißtreibenden Suche nach Kräutern für ihre Lehrmeisterin im See ab und der schwer bewaffnete Krieger Tancreid beobachtet sie dabei. Als sie den Hünen wahrnimmt, flüchtet sie und Tancreid setzt ihr nach. Doch Cwen ist ortskundig und kann ihn abschütteln. Später wird sie erfahren, dass Cumbria unter normannischer Herrschaft steht und ab jetzt ein Sheriff für die Verwaltung ihrer Heimat zuständig ist.

Um herauszufinden, was der Sheriff plant, schleusen Cwens Brüder, die die Anführer der Rebellen sind, ihre Schwester als Schreiberin bei ihm ein. Als Lehrling der weisen Heilerin Ymma ist Cwen eine der wenigen, die dem Lateinischen und Französischen mächtig ist. Es trifft sie wie ein Schock, als sie feststellt, dass der Sheriff niemand anderer ist als der Furcht einflößende Soldat, dem sie am See begegnet ist. Ihm und seinen Landsleuten gegenüber Abscheu zu empfinden, fällt Cwen nicht schwer. Tancreid ist alles andere als ein geselliger und freundlicher Zeitgenosse. Zudem erlässt er Gesetze, die der Lebensweise der Cumbri komplett widersprechen. Die leidenschaftliche Cwen versucht – trotz gegenteiliger Überzeugung – ihre Arbeit als Schreiberin gut zu machen. Aber dies gelingt nicht immer und explosive Reibereien mit Tancreid stehen folglich am Programm. Dadurch kommen sich die beiden selbstredend näher…

„Die Eroberung des Normannen“ ist ein historischer Liebesroman mit viel Esprit und Tempo. Lisa McAbbey erzählt aber nicht nur von zwei starken und stolzen Charakteren, die vor einem historischen Hintergrund zueinanderfinden. Der Leser erfährt in ihrem Buch auf unterhaltsame Weise einiges über das kulturelle und soziale Leben der Normannen und Cumbri zur Zeit des frühen Mittelalters. Besonders gut gefallen hat mir aber das Ende: Die Autorin löst die Geschichte über Cwen und Tancreid nämlich mit einer einfallsreichen Taktik.

Lisa McAbbey, geboren 1970 in Wien, hat Rechtswissenschaften studiert und – vor ihrem Sprung ins Berufsleben – einen sechsmonatigen Aufenthalt in London eingeschoben, um ihre Sehnsucht nach der „Insel“ ausgiebig zu stillen. Seitdem ist sie zu einem eingeschworenen Großbritannien-Fan geworden. Lisa McAbbey ist für einen internationalen Konzern tätig, ihre Freizeit verbringt sie mit Schreiben und dem Versuch, ihrem Hund Manieren beizubringen.

Infos zum Buch: Verlag Bastei Entertainment, 11. Juni 2016, ISBN 987-3-7325-1702-2, ebook

Rezension: NR. 357
[ssba]
31. Juli 2016

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