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Tommy Jaud: Resturlaub

Peter Greulich „Pitschi“ steckt mit seinen 37 Jahren tief in einer Lebenskrise. Was er möchte, weiss er nicht so genau, jedenfalls nicht heiraten, Kinder kriegen, Haus bauen und schon gar nicht zum elften Mal nach Mallorca zum elften Mal in dasselbe Hotel. Und deshalb steigt er nicht in das spanische Flugzeug ein sondern in eines, das nach Buenos Aires fliegt. Aber wie es so auch im wirklichen Leben ist: auch anderswo ist es nicht anders als daheim. Der Autor Tommy Jaud ist den meisten mittlerweile in Begriff: Sein erstes Buch „Der Vollidiot“ wurde mittlerweile verfilmt, für die „Sat1-Wochenshow“ und „Ladykracher“ hat er gearbeitet und für die Comedyserie „Liebesleben“ die Drehbücher verfasst. Er ist also einer, der mit dem (deutschen) Humor zusammen in der Wiege gelegen ist. „Resturlaub“ knüpft ans Erst-Buch an und ist ebenso ein typisches Männerbuch. Das alte Männerleiden, sofort die Flucht zu ergreifen, sobald die Wörter „Hochzeit“ oder „Schnuller“ fallen, wird hier mit einem offenherzigen Sprachwitz beschrieben, wie wir ihn – und aus dieser Ecke kommt ja der Autor – aus den deutschen TV-Comdey-Serien kennen. Und da der Roman zur Hälfte in Franken spielt, spielen auch sprachliche Eigenheiten eine Rolle:

” ‘S Mondgsicht hat voll d’Scheißerei! Die kommt gar nemme von d’r Schüssl runner! Du sollsch a Taxi für se bstella, hat se gsa!”
Während die beiden Kursitaliener kichern, frag ein erschrockener Brasilianer, was das für eine Sprache wäre.
“I would not call it a language!”, sage ich und erhebe mich.

Das Buch ist witzig, wenn auch alltäglich in der Geschichte und etwas zu oberflächlich in der Umsetzung. Für Menschen, die wenig oder gar keine Begeisterung für Bücher aufbringen können, ist es eine gute Alternative zum allabendlichen TV-Programm.

Rezension: NR. 47
17. Juli 2007

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