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Charlaine Harris: Vorübergehend tot

Der amerikanische Sender HBO schafft derzeit eine Mega-Quote an Zuschauern mit der Vampir-Serie „True Blood“. Im deutschsprachigen Raum müssen die Fans mit der Ausstrahlung der Killer-Serie noch warten und können sich einstweilen mit den Print-Ausgaben der Autorin, die der Serie zugrunde liegen, vergnügen. „Vorübergehend tot“ ist das erste von 8 Büchern (und 7 Kurzgeschichten) der „Southern Vampires“ Buchserie von Charlaine Harris, in der die Geschichte der übersinnlich begabten Sookie Stackhouse und ihren Begegnungen mit Vampiren erzählt wird.

Für die Kellnerin Sookie ist das Lesen von Gedanken anderer Leute eher eine Behinderung als eine Gabe. Gerade wenn sie Bestellungen aufnimmt oder kassiert, kann es irritierend sein, zu hören, was man eigentlich gar nicht hören will. Als eines Abends ein ziemlich gut aussehender Gast das Pub, in dem Sookie arbeitet, betritt, ist sie mehr als hingerissen: Nicht nur dass Sookie von diesem Gast keine Gedanken empfangen kann und sie das als Wohltat empfindet, ist er noch dazu ein Vampir.

In Sookies Welt (Bon Temps in Lousiana) sind Vampire ungefähr so im sozialen Umfeld integriert wie bei uns Blutegel. Vampire werden zwar nicht mehr mit Pflock und Weihwasser dahingemetztelt, es haftet ihnen dennoch ein verruchter Ruf an den Fangzähnen. Immerhin haben sich die Vampire soweit zivilisiert, dass sie auch von synthetischem Blut leben können und sich ihre Ration Frischblut nur noch von freiwilligen Blutspendern (Fangbanger) holen. Zugleich sind sie heißbegehrte Quellen für Drogendealer, denn das Blut von Vampiren ist widerrum eine Sex-Droge für die normale Sterblichkeit…

Ein schöner Mann, der Sookie mental nicht auf die Nerven geht: das weckt natürlich ihr Interesse. Als sie dann auch noch mitbekommt, dass ein Pärchen dem schönen Vampir mit den weißen Zähnen mit Nadel und Plastikschlauch für den Aderlass zu Leibe rücken möchte, beschliesst sie kurzerhand dazwischen zu funken. Sookie rettet den Blutsauger mit dem unpassenden Namen Bob in allerletzter Sekunde und verliebt sich sogleich ihn ihn. Und jetzt fangen die Schwierigkeiten mit der Integration erst richtig an: Nicht nur, dass Sookie sich damit auseinandersetzen muss, wie sie Arbeit und eine Beziehung, die sich auf die Nachtstunden beschränkt, unter einen Hut bekommen soll, es passieren ab da auch ziemlich grausliche Morde an jungen Frauen, die neben ihrer bestialischen Machart noch eine Gemeinsamkeit aufweisen: verräterische Bissspuren.

Wer bereits die TV-Serie gesehen hat, der wird wahrscheinlich nicht zur literarischen Vorlage greifen. Im Fall von „Vorübergehend tot“ (Originaltitel: Dead until Dark) kommt das Buch nicht annähernd an die Spannung und Sex-Szenen ran, die die filmische Umsetzung zu bieten hat. Für Liebhaber von Vampir-Romantik dennoch empfehlenswert.

 

Rezension: NR. 146
30. August 2009