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Jasper Fforde: Im Brunnen der Manuskripte

Der Brunnen der Manuskripte ist ein 26-stöckiger Ort, wo sämtliche bereits geschriebene, unveröffentlichte und unfertige Bücher untergebracht sind – egal welches Niveau. Und genau dorthin begibt sich die Agentin Thursday Next auf Schwangerschaftsurlaub. Sie steht bald vor dem Problem, sich mit einem Mörder von Jurisfiktion-Agenten, der die Manipulation am neuen Buchbetriebssystem (UltraWord) verdecken will, herumschlagen zu müssen. Noch dazu möchte sich die Schwester des bereits elminierten Acheron Hades an dessen Tod rächen und manipuliert sämtliche Erinnerungen an den genichteten Landen. Recht turbulent geht’s im dritten Teil der Abenteuer von Thursday Next zu, leider aber nicht so aufregend wie in „Der Fall Jane Eyre“. Wer glaubt, Bücher entstehen im Kopf von kreativen Leuten, wird im Brunnen eines Besseren belehrt. Im Brunnen der Manuskripte gibt es Mitarbeiter, die für die Romane benötigten Requisiten zuständig sind. In einem der untersten Stöcke wimmelt es von Zentauren, Faunen, Chimären, Harpyien, Aliens, Einhörnern, Orks, Yahoos und ähnlichen Widerlichkeiten.

Als Aufenthaltsort hat sich Thursday Next hat sich den dritt-klassigen Krimi „Caversham Heights“ ausgesucht. Dort verbringt sie auf einem Hausboot in Gesellschaft zweier schrägen Rohlinge ihren Schwangerschaftsurlaub. Sie geht bei Miss Havisham („Große Erwartungen“ von Charles Dickens) in die Lehre und zwischen den beiden entsteht eine tiefe Freundschaft. Thursday begegnet den drei Hexen aus „Macbeth“und der Cheshire Cat aus „Alice im Wunderland“ und anderen Romanfiguren. Kapitän Nemo lädt sie auf sein Wrack „Nautilus“ ein. Thursday begegnet auch den Grammasiten, einer parasitären Lebensform, „die im Inneren von Büchern auftritt und sich von Wörtern und grammatischen Formen ernährt“.

Obwohl schwanger, macht Agentin Next wieder Jagd: zum einen auf einen Mörder, der sich einfachhalber in der Außenwelt versteckt und zum anderen auf ihre eigenen Erinnerungen, die permament von Aornis, der Schwester von Acheron Hades, unterwandert werden.

Eine Handlung im strengen Sinne gibt es nicht – das Buch ist eine Ansammlung von skurilen Begebenheiten, die sich alle irgendwie um Bücher drehen. Leider fehlt die Spannung, die Jasper Fforde in den ersten beiden Büchern über die Agentin erzeugen konnte. Herrlich sind wie immer die Seitenhiebe auf literarische Figuren (Wutberatungssitzung mit Heathcliff in „Wuthering Heights“, „Warten auf Godot“, Humpty-Dumpty als Demonstrant uvm.)

Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre

Jasper Fforde: Es ist etwas faul

Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre

Jasper Fforde: Irgendwo ganz anders

Rezension: NR. 15
23. Februar 2007

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