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Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre

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Wer mit Jane Eyre nichts anfangen kann, der schaut jetzt ganz schnell ins Literatur Lexikon – oder auch nicht. Für dieses Buch ist es von Vorteil aber nicht Voraussetzung. Hinter dem eher faden Titel verbirgt sich eine schräge Mischung aus Utopie, Detektivgeschichte, Thriller, Science Fiction und Satire. Es geht um Mord, Politik, Krieg, ein bisschen Liebe und um viel Literatur in England Mitte der 80er Jahre. Durch das alles kämpft sich die tapfere und mit Sarkasmus ausgestattete Thursday Next, eine sogenannte LitAg (Literatur Agentin). Sie vereitelt politische Pläne, versucht den Krim-Krieg zu stoppen, jagd einem Mörder hinterher und schreibt noch nebenbei einen neuen Schluss für Jane Eyre.

„Ich kam an einem Donnerstag zur Welt, daher der Name. Mein Bruder wurde an einem Montag geboren und erhielt folglich den Namen Anton. Meine Mutter hieß Wednesday, kam aber an einem Sonntag zur Welt – warum, weiß ich nicht-, und mein Vater hatte überhaupt keinen Namen – nach seinem Abgang löschte die ChronoGarde seinen Namen und seine Identität. Im Grunde existierte er gar nciht. Aber das spielte keine Rolle. Für mich war er ohnehin nur Dad…“

Thursday Next, eine durchschnittlich aussehende Mit-Dreißigerin, hat ein Haustier mit dem Namen Dodo (ein Pickwick, Version 1.2) und wohnt in einer WG. Ihr Vater, der ständig auf der Flucht von der ChronoGarde ist, versteckt sich in temporalen Parallel-Welten und kommt sie zu den unpassensten Momenten auf einen Sprung vorbei. Ihr Lieblingsburder Anton, starb im Krimkrieg. Ihr zweiter Bruder, Joffy, ist Pfarrer bei der Kirche für die Globale Standard-Gottheitein. Und sie steht auf Landen, den sie auf ihrem Einsatz auf der Krim kennen gelernt hat.

Ihr Leben bekommt eine drastische Wende als Ober-Gauner Acheron Hades („Ich bin nicht verrückt, ich habe nur, nunja, eine etwas andere Moral, das ist alles.“) „Martin Chuzzlewit“ (Erzählung con Charles Dickens) klaut. Damit nicht genug, reisst er auch noch ein Bücher-Portal an sich, das zufällig Thursdays Onkel Mycroft erfunden hat. Durch das Portal kann sich Hades nun Zutritt zu Büchern schaffen und kann somit Jane Eyre (Charlotte Brontës) entführen. Thursday bleibt im auf den Fersen…

Das Buch ist rasant, spannend, witzig und definitiv nicht zum Einschlafen. Die Verbrecher-Jagd ist aufgrund des absurden Handlungsrahmen absolute thrilling, die Anspielungen von Literatur und Literaten (Shakespear zB.) geben dem Buch zusätzlichen Unterhaltungswert. Dass die Geschichte noch dazu in politische Verwirrungen und Machtspielchen der kriminellen Goliath Corporation eingebettet ist, macht das Ganze komplett.

Details am Rande: England führt einen über 100 Jahre währenden Krieg mit dem zaristischen Russland um die Krimhalbinsel Krim, Wales ist eine Volksrepublik und der Luftverkehr wird vorzugsweise mit Zeppelinen abgewickelt.

Website Thursday Next

The Daily Toad: Proudly disseminating sensationalised rubbish since 1645.

Leseprobe: der Fall Jane Eyre

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Jasper Fforde: Irgendwo ganz anders

Rezension: NR. 14
20. Februar 2007

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