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Salman Rushdie: Harun und das Meer der Geschichten

Salman Rushdie - Harund und das Meer der Geschichten - roman

Mitten in der Traurigen Stadt lebt der geniale Geschichtenerzähler Raschid Khalifa (der „Schah von Bla“ nennen ihn seine Neider) mit seiner Frau und seinem Sohn Harun. Da Raschid viel beschäftigt ist und keine Zeit für Frau und Kind hat, brennt seine Frau mit dem Nachbarn durch.

Wer mit Rushdie in erster Linie die Satanische Verse in Verbindung bringt, sollte dieses Buch lesen. Es ist eine kleine märchenhafte Geschichte mit doppeldeutigem Sinn, wunderschön und bildgewaltig erzählt.

„Was soll ich tun, mein Sohn?“ fleht Raschid mitleiderregend. „Geschichtenerzählen ist die einzige Arbeit, auf die ich mich verstehe.“ Als er den Vater so verzweifelt sah, verlor Harun die Selbstbeherrschung und schrie: „Was hat das alles für einen Sinn? Wozu sind Geschichten gut, die nicht einmal wahr sind?“

Dem Vater bricht auf diesem Vorwurf hin das Herz und verliert seine Gabe zu Erzählen. Auf der Reise zu einem bereits geplanten Aufritt trifft Harun einen Wasser-Dschinn und lässt sich von diesem nach Gup City an der Küste der Geschichtenströme bringen. Dort trifft er nicht nur auf einen schwimmenden Gärtner und eine scheußlich singende Prinzessin, sondern muss auch das Meer selbst retten, das von Khattam-Shud, dem Fürst des Schweigens, vergiftet wird. Harun ist auf der Reise zum Meer der Geschichten, um die Geschichten für seinen Vater wieder zurück zu bringen.

„Harun und das Meer der Geschichten“ ist ein Fantasieroman, Märchen und Erzählung mit autobiografischen Elementen. Es thematisiert die Macht der Geschichten und des Erzählens. Rushdie verfasste dieses Buch im Exil (1990) und widmete es seinem Sohn Zafar:

Z embla, Zenda, Sansibar:
A uch Träume werden manchmal wahr.
F een bringen Schrecken gar.
A uch wenn ich wander‘ immer dar,
R uf mich und lies, schon bin ich da.

Rezension: NR. 26
12. April 2007

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