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Christopher Moore: Lange Zähne

Wie schon in „Ein todsicherer Job“ ist auch in diesem Fall der Protagonist ein gutmütiger und weichherziger Mann, der sich an der Grenze von Leben und Tod bewegt. Tommy Flood, ein junger verkappter Schriftsteller trifft auf seine große Liebe, die seine Erwartungen bei weitem übertrifft. Da macht es doch nichts, wenn die junge Dame versucht, ihm an die Kehle zu gehen, denn Jody ist ein Vampir.

„Trink!“
Eine Hand hielt ihr die Nase zu. Jody wehrte sich, versuchte zu atmen, versuchte, seinen Arm aus ihrem Mund zu ziehen, um wieder Luft zu kriegen, rang nach Atmen und erstickte fast an Blut. Doch dann saugte sie, trank gierig. Als er seinen Arm wegzog, hielt sie ihn fest. Er riß ihn ihr aus dem Mund, drehte sie grob herum und biß ihr abermals in den Hals. Kurz darauf spürte Jody, wie sie fiel. Der Angreifer zerrte an ihren Kleidern, aber sie hatte keine Kraft mehr, sich zu wehren. Sie fühlte etwas Rauhes an der Haut ihrer Brüste und ihres Bauches, dann ließ er auch schon wieder von ihr ab.
„Das wirst du brauchen“, sagt er, und seine Stimme hallte in ihrem Kopf, als hätte er in eine Schlucht gerufen.
„Jetzt kannst du sterben.“
Jody empfand fast so etwas wie Dankbarkeit. Mit seiner Erlaubnis gab sie auf. Ihr Herzschlag verlangsamte sich, stockte und setzte schließlich ganz aus.

Zuerst scheint es, dass die Beziehung zwischen Tommy und Judy eine Zweckgemeinschaft ist. Jody wurde gerade von einem Vampir gebissen und kämpft noch mit dieser und jener Anpassung an die neuen Umstände. Da sie nun während des Tages im Dunkeln schlafen muss, braucht sie jemand, der sich um Geld, Wohnung und Auto kümmert. Tommy ist ein Landei und erst seit kurzem in San Francisco. Seine Karriere als Schriftsteller muss er – aus finanziellen Gründen – vorerst auf Eis legen und er beginnt, in der Nachtschicht eines Supermarkts an zu arbeiten. Er hat keine Wohnung und kein Geld, beides hat wiederum Judy und so ziehen sie zusammen.

Ab da beginnt die Geschichte skurril zu werden: Ein 800 Jahre alter Vampir trachtet nach Judys Leben bzw. nach ihrem Leben „danach“, Leichen werden in einer Tiefkühltruhe gelagert, Schildkröten in Bronze gegossen. Und nach einigen herum liegenden Leichen kommen auch noch die Detectives Cavuto und Rivera ins Spiel. Aber der „Kaiser“ hat natürlich alles schon vorher gewusst und so ist es nicht mehr schwer, den bösen, alten Vampir zumindest einstweilen mal auszuschalten.

Wer ein „Ein todsicherer Job“ bereits gelesen hat, wird auf einige bekannte Persönlichkeiten treffen. Es wird so ziemlich alles, was wir an Vampir-Literatur und -Filmen kennen, durch den Kakao gezogen, was den Roman zu einer vergnüglichen Unterhaltung macht. Trotzdem ist die Geschichte etwas flach und könnte spannender sein.

Christopher Moore: Ein todsicherer Job

Rezension: NR. 46
15. Juli 2007

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„Dies ist ein derber Schwank, randvoll mit entbehrlichem Beischlaf, Mord, allerlei Maulschellen, Verrat und einem ehedem ungeahnten Maß an Geschmacklosigkeit und Profanität, fürderhin unüblicher Grammatik, getrennten Infinitiven, und hier und da einem Onanisten. Solltet Ihr Euch an derlei stören, dann – edler Leser – wandelt Eures Weges, denn unser Streben gilt allein der Unterhaltung, nicht der Kränkung. Wenn Ihr aber glaubt, solcherlei könnte Euch Freude bereiten, dann haltet Ihr genau das rechte Buch in Händen!“ mehr lesen …

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Charlie Asher ist ein durchschnittlicher, langweiliger, chaotischer und liebenswerter Mann (ein Beta-Männchen) und hat einen Secondhand-Laden in San Francisco. Der Schicksal trifft ihn als seine Frau Rachel bei der Geburt ihres ersten Kindes Sophie stirbt. Über Nacht ist Charlie Vater und Witwer. Und darüber scheint er den Verstand zu verlieren – anders kann er sich das mehrmaligen Auftauchen des Mannes in Minzgrün nicht erklären. Es stellt sich heraus, dass Charlie für eine neue Aufgabe als Seelenvermittler auserkoren worden ist: Er muss Seelenschiffchen gerade Verstorbener einem neuen Träger überführen. Ein todsicherer Job! mehr lesen …