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Haruki Murakami: Die unheimliche Bibliothek

Die unheimliche Bibliothek
Kurzgeschichte von Maruki Murakami Die unheimliche Bibliothek

Gelegentlich schreibt der japanische Literat Haruki Murakami Kurzgeschichten. Eine davon ist „Die unheimliche Bibliothek“ und sieht in der japanischen Fassung wie ein Kinderbuch aus. Die deutsche Übersetzung, die dieses Jahr veröffentlicht wurde, entspricht hinsichtlich der Umschlaggestaltung und den Illustrationen schon mehr dem kafkaesken Inhalt.

Ich hüte die Bücher wie ein Schäfer die Schafe.

Eigentlich möchte ein Junge nur zwei Bücher in der Bibliothek zurückgeben und sich zwei neue ausleihen. Doch er wird ausgetrickst: Der ruppige Bibliothekar führt den Jungen nicht in den Lesesaal, sondern lockt ihn in das Labyrinth der Bücherei. Immer tiefer geht es, durch dunkle Gänge mit verschlossenen Türen, bis der Junge in eine Zelle gesperrt wird.

Sein Wärter ist ein alter Mann, gehüllt in einem Schafspelz, der ihn mit Donuts und Tee versorgt. Vom Bibliothekar bekommt der Junge den Auftrag, drei Bücher zu lesen und auswendig zu lernen. Allein ein seltsames Mädchen, das den Jungen ab und zu in der Zelle besucht, gibt ihm Hoffnung.

Kurzgeschichte von Haruki Murakami Die unheimliche Bibliothek

Kurzgeschichte von Haruki Murakami Die unheimliche Bibliothek

Der Inhalt dieses Büchleins ist fast wie ein Albtraum: düster, bizarr und nicht leicht zu durchschauen. Dem Protagonisten geschehen auf 63 Seiten ständig Dinge, die rätselhaft bleiben. Die Grenzen zwischen Realität und Illusion werden verwischt, starke Emotionen wie Angst, Einsamkeit und Pflichtbewusstsein stehen im Zentrum. Das existenzielle Ausgeliefertsein an eine absurde Macht – hier in Form des cholerischen Bibliothekars – spielt wie in den großen Romanen von Haruki Murakami auch hier eine große Rolle.

Die japanische Originialausgabe erschien 2005 unter dem Titel „Fushigi Na Toshokan“. Nun ist das Buch auf deutsch im Dumont Buchverlag erhältlich. Die Künstlerin Kat Menschik hat das Buch mit passenden Illustrationen versehen.

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Rezension: NR. 305
[ssba]
1. September 2013

Deine Meinung über dieses Buch:

1 comment
  • Frauke sagt:

    Hallo Gabi,

    ich fand beim Stöbern diese schon etwas ältere Rezension bei Dir und freute mich sehr darüber. Warum? Weil das Büchlein bei mir auch noch im SUB wartet. 🙂

    Hab ein schönes Wochenende!
    LG, Frauke

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