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Ursula Poznanski: Fünf

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„N47°35.385 E013°17.278“ ist der Titel des ersten Kapitels dieses Krimis. Zunächst weiß der Leser nicht, was er mit diesen kryptischen Zahlen anfangen soll. Auf den nächsten Seiten ist das Rätsel aber schnell gelöst. Auf einer Wiese, unterhalb einer Felswand, wird eine Frau tot aufgefunden. Dass die Frau nicht durch einen Kletterunfall gestorben ist, ist den beiden Ermittlern Beatrice Kaspary und Florin Wenninger bald klar – „es sei denn, sie wäre mit gefesselten Händen geklettert“. Aber das Ungewöhnlichste an der Leiche sind die an den Fußsohlen eintätowierten Zahlen und Buchstaben N47°46.695 E013°21.793 – geografische Koordinaten, wie Beatrice auf einem Blick erkennt.

Es liegt auf der Hand, diesen Koordinaten nachzugehen. Und die Kriminalbeamten finden an dieser Position eine Frischhaltedose, die keinen Schatz beherbergt, sondern eine Hand und ein handgeschriebenen Zettel mit folgendem Text:

Du suchst einen Sänger, einen Mann, dessen Vorname Christoph lautet, der blaue Augen hat und ein Muttermal auf dem Rücken seiner linken Hand. Vor einiger Zeit – mögen es fünf Jahre sein oder sechs – war er Mitglied eines Salzburger Chors, mit dem er Schuberts Messe in As-Dur sang, worauf er sehr stolz war. Die beiden letzten Zahlen seines Geburtsjahres seien A. Nun nimm A zum Quadrat, rechne 37 hinzu und addiere die Zahl zu deinen nördlichen Koordinaten.
Nimm die Quersumme von A mal 10, dann multipliziere A mit dieser Zahl. Ziehe 229 ab und subtrahiere die entstandene Zahl von deinen östlichen Koordinaten. Willkommen bei Stage 2. Dort werden wir uns wieder sehen.

Dies ist der Auftakt zu einer mörderischen Schnitzeljagd, ein Geocaching um Leben und Tod. Und Beatrice und ihr Kollege befinden sich bereits inmitten eines perfiden Spiels, in dem ein geistesgestörter Spielmacher die Regeln und Abläufe bestimmt.

Ursula Poznanski ist durch ihre Kinderbücher bekannt geworden, mittlerweile jedoch hat sich die österreichische Schriftstellerin zu einer Meisterin der Spannung entwickelt. „Fünf“ ist ihr erster, bereits 2012 erschienener Krimi. Ihm folgten etliche weitere spannungsgeladene Romane wie „Saeculum“ oder „Die Verratenen“, der erste Band einer Trilogie.

Bereits zu Beginn von „Fünf“ legt die Autorin ein flottes Tempo vor. Die Handlung, die in der Region rund um die Stadt Salzburg spielt, wird rasch voran getrieben und mit den persönlichen Belangen der Protagonisten angereichert. Es ist vor allem die Kommissarin, die neben beruflichen Mord und Totschlag auch noch mit privaten Herausforderungen kämpfen muss. Als Alleinerzieherin ist sie nicht nur gefordert, ihren Beruf mit dem Alltag unter einen Hut zu bringen, sondern muss sich auch noch mit ihrem komplizierten Ex herumschlagen.

 Ich werde Ihnen verraten, wie es sein wird. Erst werden Sie lügen. Danach werden Sie die Wahrheit sagen. Und am Ende werden Sie sterben …

Einen Krimi in eine Schnitzeljagd zu verpacken ist eine gute Idee, und die Autorin hat diesen auch spannend und intelligent umgesetzt. Am Ende geht ihr jedoch etwas die Luft aus und ich war – was das Ende betrifft – etwas enttäuscht. In Summe aber, ist dieser Roman für Krimi-Fans durchaus zu empfehlen.

Rezension: NR. 320
10. Mai 2014

Deine Meinung über dieses Buch:

1 comment
  • Tamara sagt:

    Huhu,
    schön, dass es dir bei dem Buch genauso ging wie mir. Die Idee ist wirklich gut und man hat auch erst mal Spaß am Lesen, doch zum Ende hin entwickelt sich ein Logikfehler im Plot, der die ganze Story zum einstürzen bringt und dann macht das Ende einfach keinen Spaß mehr. Schade, ich hatte mir einfach mehr erhofft. Ich liebe nämlich spannende Thriller und gehe total gerne Geocachen.
    Aber danke dir für deine tolle Rezension. Es hat Spaß gemacht sie zu lesen.

    Liebe Grüße
    Tamara

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