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Anonymus: Das Buch ohne Staben

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Vorsicht: Bei unsachgemäßer Handhabung dieses Buches spritzt Blut auf Gesicht und Brust! „Das Buch ohne Staben“ ist nichts für Weichlinge, sondern vielmehr für Verbündete von Vampiren und Werwölfen. Ach, schon wieder Vampire? Haben wir nicht schon genug von „Black Dagger“, „Twilight“, „Vampire Diaries“ usw.? Bram Stoker würde sich aus dem Grab erheben, wüsste er, wie sehr die trivialen Vampire unseren Büchermarkt beherrschen. Blutsaugen liegt im Trend, liebe Leseratten, und auch dieser Buchblog kann sich dem einfach nicht entziehen.

„Das Buch ohne Staben“ ist die Fortsetzung von „Das Buch ohne Namen“ und ist purer Horror-Vampirismus mit erbarmungslos viel spritzendem Blut und herum fliegenden Eingeweiden. Die Lovestory passiert eher beiläufig, das Augenmerk liegt auf todbringende Kämpfe und Folter zwischen Fast-Gut und Ganz-Böse in einem hochprozentigen, alkohöllischen Dunstkreis.

Aber das ist nicht alles, was uns der Autor, der sich strikt weigert seinen Namen preis zu geben, bietet: Ja, es gibt auch eine mit alter Mystik und Tarantino-Schmäh durchsetzte Handlung. Und es gibt Protagonisten, die man nicht mal mittags bei vollem Sonnenschein begegnen möchte. Unter ihnen befindet sich der wohl berühmteste, fiktive Amerikaner der Welt: John Doe.

Die Anfänge

Das Buch ist nicht ganz so platt wie andere Vertreter des Bücher-Vampirismus. In überwältigender Gewalt und grenzwertigen Charakteren verpackt der namenlose Autor doch so etwas wie eine Geschichte, die 18 Jahre vor der eigentlichen Story beginnt. Die von ihrer Stiefmutter unterdrückte Beth lernt zu Halloween endlich JD, einen Jungen aus ihrer Schule, kennen. Doch die zwei haben vorerst keine Zukunft: Beth wandert wegen Mordes an ihrer Stiefmutter ins Gefängnis. JDs Mutter wird in dieser Nacht von einem Vampir gebissen und JD bleibt nichts anderes übrig, als sie zu töten. Es ist dieses Ereignis, was ihn zu dem macht, was er später sein wird: ein gefürchteter und erbarmungsloser Killer.

18 Jahre später

Eine Mumie erwacht in einem Museum, drei machtgeile Vampire finden endlich den heiligen Gral, Dante macht seiner Kacy einen Heiratsantrag, der Serien-Vergewaltiger Robert Swann wird begnadigt und der schattenhafte Bourbon Kid ist Back in Town.

Er hatte kaum den Entschluss gefasst, als etwas geschah, das ihn dazu brachte, ebenjenen Entschluss gründlich zu überdenken. Als er sich nämlich dem Lokal näherte, hörte er einen gewaltigen Tumult, und dann stürzte eine Schar von Gästen durch die Tür ins Freie. Sie rannten nach rechts und links davon, so schnell ihre Füße sie trugen.

Bombendrohung?, überlegte Sanchez.

Nein, eher nicht.

Ein Feuer vielleicht?

Nein, keine Spur von Rauch in der Luft.

Was könnte es denn sonst sein?

Eine andere Ursache kam ihm in den Sinn.

Uh-oh. Das wird wohl nicht…?

Oder doch?

Der letzte der fliehenden Gäste, ein dicker Mexikaner mit Spitznamen Poncho, rannte mit panisch hervorquellenden Augen auf Sanchez zu. Er sah aus, als wäre er geradewegs aus einer Kabine der Herrentoilette gekommen, weil er sich mit einer Hand die offene braune Hose hielt und ein paar Meter Toilettenpapier hinter sich her schleifte, die hinten aus der Hose kamen. Als er näher kam, brüllte er Sanchez eine Warnung zu. Die Warnung, die der Barmann am meisten von allen befürchtet hatte.

„ER IST ZURÜCK! DER VERDAMMTE BOURBON KID IST WIEDER DA!“

Wie diese Begebenheiten zusammenhängen und was es mit den Geschehnissen vor 18 Jahren auf sich hat, ist zu Beginn natürlich nicht klar. So nach und nach finden jedoch die zeitlich bestimmten Handlungsstränge zueinander, die Verwirrung weicht dem Entsetzen und ergeben schlussendlich ein gnadenloses Massaker. Einfach geil.

Rezension: NR. 193
[ssba]
4. Oktober 2010

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