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Ingrid J. Poljak: Die Hände des Doktor Kinich

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Verbotene Leidenschaften dunkle Mächte, mystische Gestalten und der Wechsel zwischen Traum und Illusion – das alles präsentiert die Wiener Krimi-Autorin Ingrid J. Poljak in sechs Kurzgeschichten mit der erklärten Absicht, beim Lesen jede Menge Gänsehaut zu erzeugen. Was ihr auch gelingt. Den Auftakt zum Gruseln bildet die Geschichte über Doktor Kinich, der als Fetisch Hände in jeglicher Form verehrt. Sein neuer Diener Manuel erfüllt ihm letztendlich seinen allergeheimsten Wunsch.

„Den Händen deiner Sammlung fehlt das Leben. Bist du der toten Hände nicht überdrüssig?“

Die zweite Geschichte handelt von einem unvollendeten Dom, der mit seinen 123 Selbstmördern traurige Berühmtheit erlangt hat. Und um Bernhard – die Nummer 124. In „Azarians Puppe“ spielt der Teufel und eine junge Frau die Hauptrollen, mehrere Messer und Gift sind hier ebenfalls im Spiel. „Der Test“ ist eine kurze Geschichte über den Psycho-Test, den ein junger Mann bestehen will. In der nächsten Geschichte geht es um einen Reisenden, der ein seltsames Paar im Zug von Bologna nach Wien kennenlernt. Zum Schluss überrascht und Poljak den Leser mit einem verzweifelten Mann in einer Zelle aus Beton, dem sechs Spiegel den Weg in die Freiheit vorgaukeln.

Fazit: ein Lesevergnügen mit teils rätselhaften, teils schaurigen Geschichten. Bei manchen Geschichten ist die Intention der Autorin klar, bei manchen gilt es, etwas nachzudenken. Alle sechs Geschichten zusammen ergeben auf 67 Seiten eine leider zu kurze Unterhaltung. Gern hätte ich mir noch etwas mehr Gänsehaut gewünscht.

Ingrid J. Poljak lebt in Wien, wo sie im Alter von 13 Jahren auf einem Dachboden das Buch „Der Geisterseher“ von Friedrich Schiller entdeckte. Es wurde zu ihrem langjährigen Kultbuch. Gleichzeitig begann sie in Ermanglung von Jugendliteratur, selbst Romane zu schreiben. Poljak studierte Architektur und arbeitete als Bau- und Projektleiterin sowie als Grafikerin. Jetzt hat sich die Autorin auf Krimis, Thriller und Kurzgeschichten spezialisiert. Ihren Salzburg-Krimi „Bildermord“ haben wir hier bereits vorgestellt.

Ingrid J. Poljak: Diabellis Inferno

18. November 2014

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