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L. Piantoni, S. Irrgang: Social Network Photography

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Es soll Menschen geben, die ihrem Handy einen Spitznamen verpassen. Andere stopfen es unter den Kopfpolster, wenn sie zu Bett gehen. Wie auch immer, das Handy ist zu einem Wegbegleiter und Instrument zur Selbstdarstellung und Selbstinszenierung geworden. Eine Künstlerin und eine Unternehmerin haben dem Phänomen des social Photo-Sharing ein Buch gewidmet.

Der Fokus des voluminösen Bildbandes liegt auf die Darstellung von verschiedensten Profilbildern in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter. Und auch wenn man die Einleitungstexte geflissentlich überblättert, so wird einem allein beim Betrachten des ausgewählten Bildmaterials klar, dass das Selbstporträt durchaus als „neue Form der Fotografie, die den Zeitgeist per Bild transportiert“ gesehen werden kann.

Ich fotografiere mich selbst. Jederzeit und an jedem Ort. Mit einer Hand oder mit beiden. Die einzige Grenze ist die Länge des Arms.

Der Bildband ist in zehn Kapiteln unterteilt, manche von ihnen haben auch Unterkapiteln. Mit den ausgewählten Überschriften haben die Autorinnen zugleich eine Klassifikation der Social Network Photography geschaffen: Mit Titeln wie „Arm’s Length“, „Me in the Mirror“, „Location“ oder „Stylez“ und „My Tattoo“ läßt sich eine durchdachte Systematik erkennen, auf die auch aufmerksame Beobachter von auf sozialen Plattformen publizierten Fotos stossen.

Alltägliche Dinge oder besondere Situationen sind es wert, sofort mitgeteilt zu werden.

Mein Essen. Mein Haustier. Mein Schmuck. Meine liebsten Sachen.

„Social Network Photography“ ist ein insgesamt unterhaltsames Fotobuch, das ältere Leser zum Staunen bringt und vielleicht den Jüngeren unter uns als kreativen Input dienen kann. Zugleich spiegelt es einen Teil unserer Realität wider.

Die Künstlerin Laura Piantoni arbeitet vor allem in den Bereichen Fotografie und Siebdruck. Sie gewann mehrere Fotopreise und ihre Arbeiten werden international in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Ihr aktueller Schwerpunkt ist Social Art, inspiriert von der Fotografie sozialer Netzwerke.

Sabine Irrgang ist COO und Mitgründerin der Gofresh GmbH, München. Sie ist seit 2001 im Mobile Business tätig und wurde vom Mobile Entertainment Magazine in den Jahren 2008, 2009 und 2010 als eine der Top-50-Frauen im Mobile-Content-Business weltweit gelistet.

Rezension: NR. 286
[ssba]
24. Oktober 2012

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