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Edith Kneifl (Hg.): Tatort Kaffeehaus

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„Kein anderer Ort wird so sehr mit Schriftstellern in Verbindung gebracht wie das Wiener Kaffeehaus.“ Aber es sind nicht nur die Schriftsteller, die es laut der Herausgeberin Edith Kneifl in die Kaffeehäuser zieht. Auch Strizzis, Valotten und Mörder treiben sich dort herum. Die österreichische Krimi-Autorin Edith Kneifl hat zwölf Berufskollegen eingeladen, um in einem Kaffeehaus ihrer Wahl ein Verbrechen geschehen zu lassen. Herausgekommen sind dreizehn „böse und kluge Kriminalgeschichten mit viel Humor und nervenaufreibender Spannung in gemütlicher, aber letztendlich tödlicher Atmosphäre.“ Und was Edith Kneifl in ihrem Vorwort verspricht, das wird auch gehalten. Bis zum letzten Satz. „Tatort Kaffeehaus“ ist ein Muss für alle Fans des Wiener bzw. Österreichischen Krimis.

Viele bekannte österreichische AutorInnen geben sich ein Stelldichein in ebenso berühmten Wiener Kaffeehäusern:

Stefan Slupetzkys Protagonist, der Oberkieberer Polivka, wird zum Café am Heumarkt wegen einer Leiche gerufen. À la Hercule Poirot muss er unter den Anwesenden den Mörder finden.

Der Autor der „Naschmarktmorde“ Gerhard Loibelsberger, lässt seinen Kaffeehaus-Krimi im Cafe Sperl um 1909 spielen. Selbstredend ist der kaiserlich-königliche Polizeiagent Nechyba und sein Kompagnon, der Journalist Goldblatt, mit von der Partie.

Die österreichische Repräsentantin des kulinarischen Krimis, Eva Rossmann, erzählt von drei Freunden im KulturCafe, die sich – Kamillentee mit Schnaps trinkend – auf charmante Weise an einem Radiomoderatoren rächen.

Der Luxemburgische Schriftsteller Raoul Biltgen besticht mit einer gewitzten Idee: In der in Briefen verfasste Geschichte wendet sich der Autor an Katharina Kafka, die Proagonistin in Edith Kneifls „Schön tot“, um sie vor dem wahren Täter der in diesem Buch gegangenen Frauenmorde zu warnen. Gegen Ende versucht sogar Edith Kneifl selbst Raoul Biltgen davon zu überzeugen, dass Katharina Kafka nur ein Produkt schriftstellerischer Fantasie ist.

Claudia Rossbacher, bekannt durch den Alpenkrimi „Steirerblut“, lässt im Café-Restaurant Weimar eine abgehobene Opernsängerin vor ihrer Premiere als Turandot qualvoll vergiften.

Ein Muss für alle Fans des Wiener bzw. Österreichischen Krimis

Letztendlich rundet die Herausgeberin das Potpourri an schrägen Vögeln und finsteren Gestalten mit „The End My Friend“ ab: Ein alter Berufskiller, an Panik-Attacken und arthritischen Gelenken leidend, möchte als letzten Auftrag in seiner Karriere seinen größten Konkurrenten erschießen.

Weitere Autoren: Amaryllis Sommerer, Manfred Wieninger, Sabina Naber, Helga Anderle, Andreas P. Pittler, Tohams Askan Vierich, Lisa Lercher.

Rezension: NR. 276
[ssba]
8. Juli 2012

Deine Meinung über dieses Buch:

1 comment
  • Edith Kneifl (Hg.): Tatort Beisl | Blücher, der Bücher Blog sagt:

    […] in der österreichischen Hauptstadt verübt werden, dann zumeist in einem Kaffeehaus (siehe “Tatort Kaffeehaus“). Aber auch in den Wiener Beisln herrscht reges kriminelles Treiben. Edith Kneifl, selbst […]

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