Die Buchblogger mit der Ratte. Wir lieben lesen!

Terry Pratchett, Paul Kidby: Wahre Helden

„Eure… Mission besteht darin, auf oder in der Nähe von Cori Celesti zu landen, Cohen der Barbar und seine Leute zu finden und sie daran zu hindern, ihren absurden Plan durchzuführen. Bestimmt liegt ein Missverständnis vor. Selbst barbarische Helden gehen nicht so weit, die ganze Welt in die Luft zu jagen.“

Mit diesen Worten verabschiedet sich Lord Vetinari von den drei Unerschrockenen – Hauptmann Karotte, Leonard von Quirm und der Zauberer Rincewind -, die sich mit der Flugmaschine „Milan“ und 200 Sumpfdrachen aufmachen, die Scheibenwelt vor der totalen Vernichtung zu retten. Schuld daran ist Cohen der Barbar und seine wilde Horde, die sich zum Ziel gesetzt haben, das einst von dem Gott Mazda gestohlene Feuer (Mazda ist eigentlich eine altpersische Gottheit des Lichts – in diesem Buch werden aber mehr Parallelen zu Prometheus gezogen) den Göttern zurückzubringen. Und zwar in Form eines hoch explosiven Fasses.

Die Veteranen werden begleitet vom „Finsterer Fred“, einem der verschlagensten Bösewichte der Scheibenwelt, und von Frau Schmumpel alias „Die Rabenschwarze Vena“. Mit von der Partie ist auch ein gekidnappte Bänkelsänger, der nun die letzte Tat der Wahren Helden in Form einer Saga verewigen soll. Zusammen sind sie auf dem Weg zum Göttersitz „Würdentracht“ auf Cori Celesti und philosophieren darüber, was denn einen Helden ausmacht und dass nur ein Wahrer Held streng nach folgendem Kodex lebt:

  • 1. Bösewichter entkommen immer
  • 2. Je geringer die Aussicht, desto grösser der Erfolg
  • 3. Helden sterben nie

Explodiert das Fass bei der Rückgabe auf Cori Celesti, dann wird die Scheibenwelt zerstört. Aus diesem Grund stellt Lord Vetinari ein Himmelfahrtskommando zusammen, um diesen Plan zu vereiteln. Hauptmann Karotte, Leonard von Quirm, Rincewind der Zauberer und ein blinder Passagier machen sich auf, den letzten Helden den Weg abzuschneiden. Und dazu müssen sie mit einem Raumschiff erstmal unter der Scheibenwelt durch… Und am Ende ist sich der Leser nicht ganz so sicher, wer jetzt denn wirklich der Wahre Held der Geschichte ist.

Das Buch beginnt – nach Pratchett-Manier – philosophisch und bleibt es auch, dabei wird jedoch spannend weiter erzählt. Die verschiedenen Erzählperspektiven wechseln sich ab und damit kommt Bewegung in die – leider zu kurze – Geschichte. Dafür ist das Buch aufwendig gestaltet und mit vielen Illustrationen des Zeichners Paul Kidby versehen. Mit Liebe zum Detail werden den Protagonisten der Schweibenwelt Farbe und Kontur gegeben. Besonders die Darstellung der 38 Sumpfdrachen ist ein absolutes Highlight. Oder das Portrait von Ponder Stibbons, der einem 40-jährigen Harry Potter verdammt ähnlich sieht. Ein echter Pratchett-Fan muss dieses Buch einfach haben.

Mehr über die Scheibenwelt:

Terry Pratchett: Die Nachwächter

Terry Pratchett: Alles Sense!

Echt zauberhaft: Cohen der Barbar im Achatenen Reich

Terry-Pratchett: Rollende-Steine

Rezension: NR. 39
8. Juni 2007

Mehr Bücher von Pratchett Terry:

snuff

Terry Pratchett: Snuff

Für den Kommandeur der Stadtwache Sam Mumm (Samuel Vimes) in Ankh-Morpork läuft es wieder einmal nicht so gut: die von seiner Ehefrau gestrickten Socken jucken wie verrückt, der Papierkram auf seinem Schreibtisch wird nicht weniger und es gibt keine nennenswerten Verbrechen, die es aufzuklären gilt. Und jetzt muss Mumm auch noch seiner Frau zuliebe zwei Wochen Urlaub machen! Und damit Mumm sich nicht aus der Affaire ziehen kann, hat sich Sybil auch noch mit Vetinari abgesprochen… mehr lesen …

pratchett-die-farben-der-magie

Terry Pratchett: Die Farben der Magie

„Die Farben der Magie“ ist der Ur-Beginn aller Scheibenwelt-Romane, das erste Buch, das uns in eine ver-rückte Welt und zu seinen ver-rückten Bewohnern entführt. Die Scheibenwelt ist – nomen est omen – ein flacher Planet, eine Scheibe, getragen von fünf Elefefanten, die auf einer überdimensionierten Schildkröte namens A’Tuin, stehen. Blöderweise ist es ausgerechnet der unfähige Zauberer Rincewind, der die Hauptrolle des ersten Buches spielt – Kenner der „Discworld“ wissen: das kann nichts Gutes bedeuten….  mehr lesen …

Rezension Terry Pratchett Schöne Scheine ein Scheibenweltroman

Terry Pratchett: Schöne Scheine

„Schöne Scheine“ ist nun der 31. und aktuellste Scheibenwelt-Roman und die Fortsetzung von „Ab die Post“ mit Feucht von Lipwick als eloquenten Anti-Helden und Ex-Gauner. Dieses Mal muss Feucht in Vetinaris Auftrag die städtische Bank auf Vordermann bringen und das gestaltet sich turbulent: Der Bankpräsident ist ein Hund, der Hauptkassier ziemlich sicher kein Normalo und Feucht bekommt es mit dem Adel, der Presse, der Wache und mit einem Heer von Golems zu tun. mehr lesen …

pratchett-die-nachtwaechter

Terry Pratchett: Die Nachtwächter

Sam Mumm ist Kommandeur der Stadtwache, Herzog von Ankh Morpork und werdender Vater. Die Zeit, als er nächtelang auf Streife war, sind vorbei. Nun muss er sich um Politik, Personalmanagement und um die Verwaltung der Nachtwache kümmern. Und das frustriert. Die Jagd nach dem Psycho-Mörder Carcer kommt ihm gerade recht, wieder selbst im Einsatz zu sein. mehr lesen …

Terry Pratchett: Mummenschanz

Terry Pratchett ist bekannt dafür, dass er oft Klassiker aus der Literatur als Aufhänger seiner Romane verwendet. Im Falle von […]

mehr lesen ...